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Aus der Geschichte der Pfarrei

Buxheimer Pfarrer wurde Weihbischof

Vor 300 Jahren machte Johann Adam Nieberlein Karriere

Aus der langen Geschichte der Pfarrei St. Michael in Buxheim sind weit über 50 Pfarrer namentlich bekannt. Unter ihnen waren viele tüchtige Seelsorger. Aber einer sticht besonders heraus, der am 17.2.1662 in Eichstätt geborene Johann Adam Nieberlein. Der Sohn eines Einspänners war hochbegabt. Er begann 1679 sein Studium als päpstlicher Alumnus des Kollegs St. Hieronymus der Universität in Dillingen, wechselte 1682 nach Rom, wo er bis 1686 am berühmten Collegium Germanicum philosophische Studien absolvierte. Hier wurde er am 17.3.1686 zum Priester geweiht und schloss seine Studien an der päpstlichen Universität Gregoriana mit einer glänzenden Doktorarbeit ab. So ausgerüstet zog er wieder in sein Heimatbistum Eichstätt.

In einer Zeit, in der es nicht allgemein üblich war, dass Priester ein Universitätsstudium absolviert hatten, war ein Kleriker, der in Rom eine umfassende Ausbildung erhalten hatte, sicher ungewöhnlich. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Eichstätter Fürstbischof Johann Euchar Schenk von Castell auf den jungen, begabten Priester aufmerksam wurde. Schon nach einem Jahr in der Seelsorge übertrug er ihm 1687 die Michaelspfarrei in Buxheim. Neben seinen seelsorgerischen Aufgaben bewies der eifrige Pfarrer Organisationstalent und Weitblick. Im Jahr seiner Einführung begann er ein Buch anzulegen, um die bestehenden kirchlichen, rechtlichen und ökonomischen Verhältnisse der Pfarrei festzuhalten. Vermutlich musste Nieberlein mühsam die örtlichen Gepflogenheiten erfragen und sich über die Verpflichtungen des Pfarrers erkundigen. Dies wollte er sich für die Zukunft ersparen. Also notierte er die eingeholten Auskünfte, die auch die nachfolgenden Pfarrer dankbar nutzen konnten. Spätere Stelleninhaber haben das „Pfarrbuch von Buxheim“ weitergeführt und damit eine wichtige Quelle für das kirchliche Leben der Pfarrei hinterlassen. In diesem Pfarrbuch hat Nieberlein auch niedergeschrieben, mit welchen Konflikten er beim Neubau des Pfarrstadls zu kämpfen hatte. Er blieb denn auch nicht lange in Buxheim. 1693 übernahm der Geistliche die Pfarrei Beilngries, aber noch im gleichen Jahr ging er als Stadtpfarrer nach Berching. Im Jahre 1705 verlieh ihm Papst Klemens XI. ein Augsburger Kanonikat. Ein Jahr später wurde er Generalvikar des Eichstätter Fürstbischofs und 1708 dann Weihbischof in Eichstätt. Nieberlein muss große Fähigkeiten besessen haben, denn es war eine große Ausnahme, dass ein nichtadliger Dorfpfarrer eine solche Karriere machen konnte. Am 28.12.1748 starb Nieberlein hoch betagt. Er fand sein Grab im Augsburger Dom. Wenn im nächsten Jahr Buxheim das 100jährige Kirchweihjubiläum der neugebauten Michaelskirche feiern kann, wird sich die Gemeinde ihrer Seelsorger erinnern und auch ihres Pfarrers Johann Adam Nieberlein, dem späteren Weihbischof gedenken.

Prof. Dr. Jürgen Bärsch

Quellenhinweise:

 

  • Diözesanarchiv Eichstätt
  • Pfarrbuch Buxheim
  • Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt 6.Jg. Nr.3
  • Joachim Seiler: Das Augsburger Domkapitel vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Säkularisation (1648-1802)




Gottesdienstzeiten

Heilige Messen in der Pfarrei Buxheim

Samstag 19.00 Uhr;
Sonntag 9.00 Uhr (Buxheim), 10.30 Uhr (Tauberfeld)

Beichtgelegenheit in der Pfarrei Buxheim

Samstag 18.30 bis 19.00 Uhr

Anbetungszeiten in der Pfarrei Buxheim

Donnerstag 18.00 Uhr (Sommerzeit)
Donnerstag 17.00 Uhr (Winterzeit)